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Helmut und Judith Pink2018-10-06T16:42:30+00:00
Helmut und Judith Pink - Sonnenhügel

Helmut und Judith Pink

Sonnenhügel, 2006
Basalt, Metall, mit Messingpulver patiniert, Wasser

in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Leibfried, Eppelborn
Püttlinger Straße, Völklingen

Es gab Zeiten, in denen eine Stadt durch eine Mauer geschützt werden musste. Deshalb brauchte man Tore, durch die man sie betreten konnte. Sie wurden besonders gestaltet, denn hier bekamen Fremde den ersten Eindruck und für die Bewohner wurden sie zum vertrauten Zeichen bei ihrer Rückkehr. Vielleicht ist das Bedürfnis „empfangen zu werden“ daher tief in uns verankert. Wer Völklingen von Püttlingen aus erreicht wird an der
Stadtgrenze von einer, bei Sonnenschein leuchtenden, goldenen Kugel willkommen geheißen. Sie scheint im Kontrast zu den drei Basaltsäulen, die sie umgeben zu schweben. Wäre sie an drei Glasfiberschnüren an den tonnenschweren Basaltsäulen befestigt worden, wie im Entwurf vorgesehen, so bliebe der Eindruck auch bei steter Annäherung erhalten. Die Brunneninstallation steht am Fuße des Sonnenhügels, also meint die goldene Kugel nicht irgendeinen Planeten. Die Leben spendende Sonne gehört zu den ältesten Zeichen der Menschheit für Energie, Kraft und daraus erwachsender Lebensfreude. Das Basaltgestein dagegen entstammt der Erde. Aus ihr wächst alles Lebendige, aus ihr schöpfen wir die Ressourcen. Licht, Feuer und Erde und als viertes Element kommt in der Brunnenanlage das Wasser hinzu. Ohne Wasser keine Fruchtbarkeit.

Das Ensemble strahlt eine gewisse majestätische Hoheit aus. Man muss an einen archaischen Kultort denken, inmitten des Treibens unserer Zeit, dem Autoverkehr. Am anderen Ende der Stadt dominiert die Anlage der Völklinger Hütte das Bild. Ihre Majestät lässt das Treiben der Menschen samt Autoverkehr zu ihren Füßen zu Spielzeug werden. Die Künstler wollten die drei Säulen als Reminiszenz an die drei Schlote der Hütte sehen. In ihrem Entwurf sprudelt Wasser wie Rauch 60 cm hoch aus den Basaltsäulen, die damals nur in China aufzutreiben waren. Sie haben den Stein so bearbeitet, dass das Wasser seinen Weg finden konnte. Vielleicht findet sich irgendwann ein Pate, der mit passender Technik dem Werk zu seiner eigentlichen Form verhelfen kann. Auf jeden Fall lohnt es sich, den Kreisel zu betreten und einmal die Hand auf 200 Millionen Jahre zu legen.